poems
- Des Hellen Harz -
Tausendmal gewartet
versucht
an der Waldgrenze nicht dich
Wieder zu wollen.
Irgendwann wird mein Licht brechen
Doch dein Schatten
Wird dann nicht mehr sein.
Vergessen will ich
Des Hellen Harz
Das nachdunkelt stetig aus diesen Ritzen
Und vergeben
Der Sternen Schutt
Vergessen will ich
Der Nadeln Ursprung
Vergeben
Dem der meine Rinde kerbt.
Am Berghang
Wurzle ich dir nach
Wohl immer
Vergebens.
(November 2008)
- Weltsturz -
Die schwarzen Löcher schlucken
Wahnwitz im Mund
Die Erde dreht den Tanz auf einem wankelmütigen Fuss
Himmel laufen sich eiternd
Aus
Wolkenwunden fliegen dir ins Blinde
Sätze gewebt wie ein Netz
das nichts hält
Was es versprochen hat.
Doch der Choral
Singt dir
Gellendes Requiem für einen freien Fall durch alte Gemäuer
Ruinen
Ins Grundlose.
Und immer noch im Weltsturz
Hörst das Getose der Gezeiten
Den Schrei der
Tauben
An deinem Lächeln stirbt die Welt
Und die Achtung deines Wesens
Auch.
(November 2007-2008)
- Words melt and fall like rain -
Words melt and fall like raindrops
time stands still
Liquid mornings
Black with
Memories of coffee
I think I will miss you most
off all my wanderings.
(Julie Stratton)
- ewig -
lange
lange ist es her
seit du mich gelassen hast
in der Mondhalde, unter dem Sternenhaufen.
Zurück, schneiden die Scherben immer noch,
narben die Wunden:
klaffende, keine Erinnerungen.
An dich, an mich und an uns,
oft bin ich nur ein Bruch, kein Teil, von dir
aus dir und weiss:
du bist.
Hinter dem goldenen Fluss mit feuchten Füssen tanzend.
Lange ist es her.
Hier. Jetzt.
Du bist.
Immer noch
.ewig.
(Jana Kouril, 2003 Lyrikwettbewerb der Nationalbibliothek des deutschsprachigen Gedichtes, Aufnahme in Anthologie 6 (Nationalbibliothek des deutschsprachigen Gedichtes, Ausgewählte Werke 6, S.127, Realis Verlags-GmbH, 2003)
- Unsichtbar -
Frostige Strasse ohne Namen
Räume ohne Licht
Klirrende Träume scherben laut
und trüben meine Sicht.
Immer nur eine Ahnung
Vollkommenheit ist fremd
Sie irrt mit mir durch Gassen
Und löscht wo etwas brennt.
Gesichtslos krieche ich über den Boden
Mit schlammigen Wünschen in den Taschen
Abgewetztes Verlangen grölt Arm in Arm mit mir
Wir wanken durch die Strassen mit spurlosen Schritten
Und schreien alle Lügen wahr.
(Jana Kouril)
- Amor de otra -
Sticke in die Nähte der schwülen Nacht
Lass mich nicht so
Webe stetig in den Tag hinein
Der Abschied von einem
Ringeltänzer.
Ritze in die Zeit wundliche Zeichen
Feile an der Hoffnung
Eine Irre, die weise irrt.
Schreibe
Leichenblasse
Stab’ um Stabe
Kerb’ in den Jahren
Ornament das eine andere krönt.
(Jana Kouril)
- Guten Morgen -
Geschirrgeplänkel
Cafeflüstern
Sonnenstrahliges Lächeln
Morgengewächs
Früchte tragend
Nachtblume
Die das Welken nicht kennt.
Aufwachend einschlafen in den frischen Tag.
Traumdecke
Atemlose Wachtropfen kitzeln unsere schläfrigen Sinne
Ein Kissen erfühlt mit kühlendem Morgentau.
Das Wissen der wundervollen weiten Welt
Im Schlafzimmerausblick vor unseren nackten Füssen
Dein frischgebackenes Lächeln.
Bleib noch bis
Lass uns
Wir hören nicht
Nicht die Weckerdrohung.
Guten Morgen.
(Jana Kouril)
- -
Du hast nicht
Ich weiss es jetzt
Du hast nicht
Ich weiss es
Nur ein Sonnenmeer entzündet
Du hast nicht
Ich vielleicht eben schon.
Den rostigen Nagel
Ins Schattenwasser gelegt
Und gedacht
Monde würden explodieren
Von selbst
Du hast nicht
Hab gedacht
Ich habe nichts gedacht ausser
Hab gedacht
Du hast.
(Jana Kouril)
- 15.11.04 -
vielleicht ein Hungerleben
zu geben vielleicht einen deiner füllenden Tage
vielleicht freiwillig fastend
ein fremdes vergessenes Mal
zum Schutz vor der faden
Sichelsonnensuppe
Die wundet und dir gedenkt sobald sie Lippen schmeckt.
Vielleicht ein leerer Teller
Verzichtend starrt er mir in den offenen Mund
Das Brot, das du mir zu essen gabst
Nähre mich
noch jetzt.
(Jana Kouril, 2004 Lyrikwettbewerb der Nationalbibliothek des deutschsprachigen Gedichtes, Aufnahme in Anthologie 7 (Nationalbibliothek des deutschsprachigen Gedichtes, Ausgewählte Werke 7,Realis Verlags-GmbH, 2004)
- -
Vergilbter
Abgegriffner
Äugst mir ins Aug
Gelangweilt und bekannt
Von nicht verschlafenen Nächten
Du
Listiger Kuppler
Lässt nicht mal die Sterne funkeln
Noch die Sonne brennen
Noch scheinst du selbst
Vergilbt äugst du mich an
Gelangweilt von nicht verschlafenen Nächten
Raubst schläfriges Sehnen und lässt mich der nächsten Dosis harren
Kuppler
Scheinst nicht mal selbst.
(Jana Kouril)
- -
Dorne, die kriechend wild durch die brennende Wüste robbt.
Gib mir eine salzlose Träne, gib mir reichroten Rost
Narben der Erinnerung an Feuchtigkeit
Gib mir
deines Herzens Schlag.
Hab gedacht du lässt
mich liegen
Links und rechts
Darben in der sumpfigen Oase im
Schattigen Dickicht unter den panikvollen Palmen. Hab gedacht
Liebe
Vergeht sich
Geht vorbei an
Brandopfern
leise stiehlt sie sich davon und verkohlt war mein Wort
Für leben wo Tau
verdampft bevor er perlt.
Vergisst sie und
tränkest vom ewigen Strom. Doch
es ist nur
die massive Türe deines Traums
An die ich klopfe und bitte
Bitte bettelnd um einen
Schluck Wasser.
(Jana Kouril)
- -
(…) Ich habe Araldit im Blut
und welche Frau
Welche
will schon Engel sein.
(Jana Kouril)
- Kulturbrand -
Greife nach den schäbigen Schnitten
Schalentiere auf meiner
hageren Haut
wirre in deinen schwarzen Haaren nach verloschenen Sternen
Funkelbrut
du kannst alles fordern
warum dich verachten
für
ein liederliches Leben das dir
ähnlicher sieht als mir
Herrchen Hass
Aberglaube von Worten
Ich kenne deine Lüge nur zu gut
die Glut
Brandmal auf der pelzigen Zunge
Ich weiss noch, wie sie schmeckt.
(Jana Kouril)
- Amazonenlied -
Sag mir nicht
Es sei die Zeit
Ich messe nicht mit deiner.
Sag mir nicht
Es sei dein Schicksal
Mich hält nichts mehr davon.
Im grausamen Kerker gekettet
Weil mir die Sinne entbrannt.
Nur ein äffiger Anblick
und ich haue Helios vom Himmel
Trockne den Styx schmelze
Den dürren Diamantengürtel zu Wasser.
Das Rosenfest ein Abgesang
Gleich
ich weiss bin ich dir
Ich weiss
irgendwann treff’ ich dich liebevoll an der Ferse!
Und keine Rache keine Wut
kein Durst nach Blut noch Kriege Schlachten Opfergaben
wird dein sein
Weil es mein Wille war.
(Jana Kouril)
- Ausgang -
Wo brachen die widrigen Worte
Wann die
Stählerne Stimme
Säuselnde Proben versuchten Vetrauens habe
Ich gebaut
Stein um Stein Schwerstarbeit und schon
Verkrüppelte Hände kaputte Fussgelenke die schleifen
auf dem Asphalt
Zerschundenes Metall
eisengeschmackte Klinge rostend
Dein schnittiges Schweigen
Aufprall mein
Tropfen Blut schiesst durch deine
Tromböse Vene sucht
Ausgang.
(Jana Kouril)
- Erster Herbst -
Neblige Wolle
Träume webend
meine Taschen waren voll
hab dich
verloren.
Herbstige Sinne
flicke ich weiter
spinne
den Faden tauwarm
weiter
doch hüll dich längst nicht ein.
Suche in den nackten Ästen
auf dem erdigen Boden, im feuchten
rotgelben Laub
nach dir
suche dein letztendliches Wort im feingewobenen Netz
vielleicht finden wir uns irgendwann wieder
wenn das Eis weicht und schmelzendtoll tropft
wer weiss ?
(Jana Kouril)
- Lila -
Die meilenweite Masse zwischen
Den Meter entfernt
Trete an Ort, an dem sich die starre Stelle langsam leert.
Süss schmeckt träge Trauer
Mische mir das lila Gift in die Hautfasern
Immer wieder
Von neuem
Bis ich blau anlaufe
japsend
Nach saurem Stoff.
Du bist doch
der
Den ich nennen will
Mit stummer Stimme.
Die Sonnen strecken ihre blutunterlaufenen Strahlen Richtung Abend
Die Erde neigt sich in Schwere über die Dunkelheit
So strecke ich meine Hand aus
Herb schmeckt die Liebe
lila
und meist hölzern.
Irgendwie.
(17.1.07, Jana Kouril)
- Dein Schatten -
Hab ich nicht
Den Feuerfunken geschmeckt, der auf deinen Lippen brannte
Hab ich nicht den schweren Schatten huschen gehört
Leise
Hinter deiner kastanienbraunen Iris?
Unter deinen schwarzen seidigen Wimpern, ging sie in seinem Gewand auf sonderbaren Sohlen
hin und her
Wie ein Löwe im Käfig, majestätisch und gefangen.
Irgendwo wird alles mit dem launigen Licht verbrechen
Nicht mit mir als Komplizin.
Nicht Kalkül es ist nicht – nicht – mein argloses Auge erblindet mit deiner dämmernden Dunkelheit und treibt trüb in menschenleeren Buchten
Leider trauert
meine Macht
reicht nicht für zwei.
(22.2.07)
——
My writing is speechless
And white paper doesn’t ask
My writing is speechless
And white paper doesn’t ask
Go on living for something
And you find you recently changed your name
Your face is no mask
it’s a poem or a game
Go on living for something
And you will someday change your name
You’ll forget where you come from
You’ll forget what you’ve done
My writing it is nothing
But at least this nothing is true
My writing is blue
It’s a story of absence
and
a story of goodbyes
to
you.
—————
- Zwischen den Zähnen -
Hab dich zwischen den Zähnen
Ätzt dich fest
Die Bitterkeit ist nicht runterzukriegen.
Jeder Bissen
Warum bist du so ein
Silbig
Und ich verstehe immer noch kein Wort.
Habe deine vergilbten Tapeten eingetauscht
Mir ist es übel davon
In der Brockenstube
Dein Bild verfolgt mich in einem trichterförmigen Traum
Doch traumlos weiss ich
wandelst du.
So geh wohin du dich treibst
alleine
Vorbei ist besser als nur bei
Und das endlose ist
das Los ist das Ende.
(6.7.07)
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Wenn ich an dich denke
schmeckst du nach Abend
wenn ich dich sehe
nach Nacht
im Irgendwo, im wortleeren Dunkeln
bin ich nun aufgewacht.
Alles Schöne zerbricht vor meinen Augen
und das Sanfte so mit ihm
ich kann dich so nicht halten
so wie es schien.
Vielleicht ist Liebe nicht zu leben
vielleicht ist meine unfähig in grellem Licht
vielleicht sucht sie Schutz in der Finsternis
im Schatten von deinem Gesicht.
Und doch der Durst nach gleissender Sonne
nach sengender Hitze und blauer Blindheit im Aug’
lässt sich nicht stillen
zumindest bist du aus meinem Traume geformt
und nicht nach meinem Willen.
(10.-13.7.07)
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– Der Ort (ich bin hier geblieben) –
Bin an dir verortet
Im Punkt am gemeinsamen Treff
Bin an dir
verortet
Wo die Zeit in scharfen Scheiben auf den Weg fällt
Welke Blätter eines vergangenen Herbstes
Und der leere Raum sich verdichtet
Mit Nebelworten
Die endlich meinen was sie bezeichnen
So wie die Möglichkeit, die vertikal in den Himmel ragt.
Die Kälte weicht
Die Weichen stellen sich parallel
Wir sind einfach
Einfach
Uns.
(Für E.)
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– Als du in Prag warst –
Wo bist du mit mir hin
Den Tauschhandel erwirkt
Ohne Umweg zum Abfallberg gerannt
Wo bist du mit mir hin?
Brücken scheinen nicht mehr so hoch, das Wasser des Rheins
Der Moldau
Der Fluss meines Vaterlandes
Nicht mehr so eiskalt
Weil alles was eisig schmerzt und tief ritzt
Ein paar Stückchen Tod
Ab jetzt zu mir gehört.
Wo bist du mit mir hin
Ich finde mich nicht mehr
Irgendwo zwischen der Horizontslinie und dem Fluchtpunkt
Hast du mich festgezurrt mit den übelsten Methoden
Ein Scheiterhaufen für
Deine Liebe
Es riecht nach verbranntem Fleisch
Und schwarz ist alles was bleibt
Aschenfarben liegen deine Lippen im verkohlten Holz
Warum bist du mit mir dahin.
Warum
(27.10.07)
– Abschiedslied –
Ich singe noch ein Lied
Das leise weint
weil es keine Stimme mehr hat
Die hast du mir genommen.
Ich singe ein Lied ohne Melodie
Schwanengesang
Abgesang
singe atemlos
ein Klagelied
Ohne Worte, das letzte hab ich dir geschenkt
selbstlos
Wie auch mein letztes Hemd, darin ein Körper
Dir geopfert
der nun wandelt ohne Herz.
Hab dir geschenkt was es zu schenken gab aus meiner Welt
Bekam ein, vielleicht zwei
Schlagwörter
Zurück.
Schlag mich jetzt mit ihnen herum
Verstehe nichts, dresche drauf los
Im dunkeln Untergrund.
Und will diesen Abschied
Der jeden Engel willens macht
Sich vom Himmel zu stürzen und auf einen sauberen
Genickbruch zu hoffen
Will nicht mehr
Nicht mehr singen
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– Sensibel –
Im Wort ist die Sense schon fast mit drin
Darum schneidet mich immer alles so auf
Auch du
hast mich aufgespiesst und zerschnitten
Die Narben
Wie heilen die wohl? Närrisch. Und die Wunden? Die bleiben – oh welch Wunder– wund.
————————
– Einfach so –
Hab’ dich nicht gesucht
Ich habe dich einfach so gefunden.
In einer Nacht im Sommer, die mich nicht interessierte
Einfach so
an einer lächerlichen Bar
Wo das vergilbte Bier langweilig, wie schon an unzähligen Abenden, im Glas stand.
Gefunden nun du warst mir alles
wert
Wollte dich einfach so
Nur eines nicht
Dich verlieren.
Je mehr du dich verloren hast
Desto mehr hab ich dich gesucht
Bin gerannt
Du bist schneller
Hab mich in dir
verloren
Und dich nirgends mehr, in der ganzen Stadt,
deinem wunderschönen Zimmer
Im goldigen Herbstlaub und deinen knisternden Locken
Deinem wirren, wachen Körper
Deinen sicheren Händen
Deinen achtsamen Augen
Einem harschen Seelenblick
Als deine Träne mir das brennende Salz von den Lippen stahl
und einem, zwei, drei
im hektischen Herzzug
Nirgendwo mehr gefunden.
(30.10.07)
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Die Fratzen der schwindsüchtigen Tage grinsen hässlich
und feuchte Kälte schleicht durch Mark und Bein
setz dich auf die Fensterbank
draussen gähnender Abgrund
hab dich satt
Völlerei ist eine Todsünde
Kotze
Kotze mich aus.
Die Magenwand verätzt, die Kehle aufgerieben
Von wo soll ich mich nähren
Sag mir
Von was soll ich mich nähren.
Oder sag mir
Tobe, schrei mich taub
fluche wie schon gehabt
Von was nicht?
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- Zweite Haut -
Deine nahrhafte Nähe
wie eine zweite Haut
Doch dazwischen pocht mir
der Puls
Samten umhüllt
Zeit zum Häuten
Schlag auf Schlag
Ein Jahr der Schlange, das Paradies schon längst in Öde
Am Handgelenk
Es schlägt der Puls.
Wieso schon wieder
so
Wieso nochmals das Gleiche
Bitter, ätzend, tränend
Grausam auch dieses
Gift
Kein Wort gehorcht der Schrift
Hast du nicht mich gesehen?
Warst du in Traumes Schlaf
Zu müde vom vorigen Leben
Zu erschöpft um ’was zu geben
Wie eine zweite Haut
Gehäutet nun lieg ich nackt und roh
Wohl zu nah für dich und
mich
Hundert Abschiede
Einziges Schweigen – ein letzter sicherer Stich.
(10. 12. 07)
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- Tollkirsche -
Trampelst auf die starren Sterne der nachdenklichen Nacht
Schmeisst den modrigen Mond in die dunkle eklige Waldecke
Du
Bist da
wo alles endet, wo nichts sein will und
alles schweigt.
Hättest mich verschont
Mit deinem Tropfen Atropin und einem starken Strahl der goldigen Morgensonne
Hättest mich leben
lassen in Tobsucht und mit meinen schwarz geweiteten Pupillen
Durch die porösen Poren und als der Zeiger still
stand im Zenit
Hast durch die Fasern ein galliges Gift gepresst
am Kahlschlag gediehen
Aus der Tollkirsche, deiner Hostie.
Geh mir aus dem Traum
geh – Glockiger!
Verschwinde schnell, leer den Altar der Wolfsbeere
Renn hin zur Bella Donna
die dein Zeichen als Narbe auf der Stirne trägt
Husch husch
Denn krampfst nur meine Seele
husch
Und schleuderst mein Wesen modrig
in die Ecke.
(26. 12. 2007)
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Tanz in die Sonnen
leichtfüssig
mit deinen Flügeln aus Universum geflochten
Tanz in die neigende Nacht
sie ist sternenklar mit dir
als goldener Funke
Hast durch unser Leben getanzt
mit schnellen Schritten
nach eigener
Melodie.
Sie klingt noch.
Sie klingt.
Doch tanz nun in die Sonnen
sie sind aufgehender und untergehender
goldener Funke
so wie du.
(In memoriam C.)
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- Havel’sche Briefe -
Als ich so ging
Über Erdiges
Mit faserigen Füssen tappte
Wurzeln in Wassern
Zum Vertrocknen schön.
Als ich so ging
Mit dem Boden verhaftet
Den Holundergeruch des 6. Junis unter der heilen Haut und
im fliegenden Zigeunerhaar.
Hatte ich die havel’schen Briefe geschrieben
Die Oblaten gegessen
Den Slivovitz getrunken
Und dann, dann huschst du nur leise manchmal nachts im Silberstern?
Mit Dankbarkeit den Herzkranz geschnürt
Das Netz im Strumpf
Mit staunender Stärke die Handfläche offen gehalten
Schon seit zahnradloser Zeit im Wind.
Die Minuten des Lebens zählen sich manchmal
Rückwärts am Schönsten
Aber hier verweilen kann ich nicht.
Und als ich so ging
Wurde die Erde zu den
Und die havel’schen Briefe
Die sind verschickt.
————————————————————–
- Simple -
It just seems
that sometimes I collide
like stars that explode to dust and
I taste your heat
lightyears
blinding my eyes
your eyelashes
everywhere
like potential fortune burning on
my skin.
But when you’re gone
you’re making sounds like sand in my mouth
like
I got you between my teeth
and then you close my lips
you hold my tongue so
that I can’t speak out a simple word.
Again, I don’t know what to say.
And I am not
sorry
for not knowing at all.
(End of July 2008)